Perspektive
Jeder Blick ist sichtbar
Jede Geste, jedes Wort
gibt deinen Augen meine Seele preis
wenn ich unvermittelt meinen kopf wende
hin zu dir
und mich frage, wer du bist
denk ich nicht dass dein blick
meinen bricht, anzieht und bändigt
fliehe ich ganz schnell und lass die augen fliegen
an irgendeinen anderen punkt mir nicht bewusst
dass auch dann, wenn ich sie nicht mehr auf dich richte
du mein Gesicht ganz offen
und in seiner Abgewandtheit siehst
so wie ich deines,
inwendig
under the impression of an english angel
not today but possibly tomorrow she will dwell again in sorrow
back in line she will decline for fear and anguish will prevail
forcing on her deprivation, bringing forth the need to borrow
from her undetermined neighbours who emotionless remain
following the path of Kain, weeping over the death of him
who lives. the emptiness beneath, ahead, around
the shrieking noises, creeping soil, only the coil
on my finger lets me linger on, holding ground
numbing the sound hearing the voices
from behind. you are not kind you force me
to surrender to your pre-existing will
i cry out let me know, let me see
but you can never be
more than a picture in my mind an impression on my skin (from within?)
the whispering path of my thoughts, could be…
but you will never clear this doubts, the blur of my view,
take away the weakness from my body
my mind can never understand like yours
or be sure about his course
i only follow hoping that the path will lead
to a purer tomorrow without pain and sorrow
[...]
You are a child.. no you are. Me? Not at all, i’m as old as life can be, bending backwards on my knee over all this time that came to me and passed and circled round never to end. now you are here and keep me near i don’t know why i hold your hand you take suspense for permanence in no way other than your mother. child, you, little one, young one, unknowingly wise, why you despise the world you see only with your eyes, its your heart that cries, because its afflicted, addicted to ideals, more than there can ever be.
Mein Laptop ist kaputt
Wie ein Sarg liegt er auf dem Flügel, schwarz und tot. Wiederbelebungsversuche durch Stromstöße scheitern, das Herz schlägt nicht mehr, es schweigen die Tasten. Ich sitze davor und kann es nicht fassen, ein Teil meiner Seele habe ich diesem Gerät anvertraut und jetzt lässt es mich im Stich und nimmt diesen Teil mit sich ohne schlechtes Gewissen: Was nicht funktioniert, funktioniert eben nicht. Da hilft kein Hämmern, kein Heulen, kein Bitten, keine sehnsuchtsvollen Beteuerungen. Hoffnung wird leer, wenn sie an 0en und 1en stößt, da gibt es kein Dazwischen, keine Tänze im vagen. Meine Bilder, meine Gedanken, meine Musik… meine Arbeit, meine Routinen, meine Wege vom Ich zum Du, Worte, Worte, Worte, weg. Alles weg.
Eine Einsicht in das Prinzip von Ursache und Wirkung, von Möglichkeit und Unmöglichkeit, von Ich und Nicht-Ich, fehlgeleiteter Übertragung. Es – Er – funktioniert nicht. Sein Name ist (war?) Marvin. Aus „Hitchhikers Guide through the Galaxy“ von Douglas Adams. Ein Samsung R70 Despina, ganz schwarz und schlank und in seinem Inneren eine mehrdimensionale Tiefe, in die ich sorglos alles werfen, alles projizieren konnte. Aber jetzt versagt die Zuhandenheit, und in seinem puren Vorhandensein ist er nur noch ein Sarg, vor dem ich schweigend sitze.
Der Container – nein, die Illusion des Containers, die Vorstellung überhaupt etwas sichern, speichern, festhalten zu können – ist abhanden gekommen. Was bleibt ist die stille Aufforderung den Verlust zu akzeptieren und neu aus ihm zu schöpfen. Der große Brand. Phönix aus der Asche…
Mein Kopf ist so leer, es zieht zugig in seinen Synapsen, schmerzhaft und wehleidig.
Ach Marvin…
neuer Tag
Irgendwann um 11:11 aufgewacht, Kaffee, Zeitung, beim Duschen besuchen mich sinnlose Worte „Im Wasser schaukeln die Grachten, sacht schunkeln darauf Passagiere zu schnulzigen Liedern. Lieber spring ich ins Wasser, ins brackige, um tiefer zu tauchen und lausche dem Rauschen in meinen entfremdeten Ohren. Objektiv ist das was Anderes, doch gleich ob ichs erkenne oder nicht: Es ist blub.“
Bach gespielt während die Haare langsam etwas trocknen, Präludium und Fuge in Cis, mit geschlossenen Augen. Bin nicht Glenn Gould, nicht mal ein Untergeher, nur eine Träumerin, ihre Eintrittskarte zum Transzendentalen selig erklimpernd. Disziplin!
Mein Freund ist mittlerweile auch aufgestanden, 11:11 hat sein Wecker geklingelt, doch blieb er liegen. Er will von diesem Tag nur einen kurzen Kuss und dann wieder schlafen. Schlafen ist gut.
Meine Maske angelegt. Wer werde ich heute wieder sein? Schüchtern, stolz, arrogant, dominant, peinlich, kalt, sanft, erkenntnishungrig, fragend, sehnsuchtsvoll, träumend, selbstverliebt, blind, sehend? Actio und Reactio, Ursache und Wirkung, Karmapa Chenno.
calling for the wind
i am calling for the wind to wipe me away
distances too hard to bear
between you and me
lies no bridge of understanding
only fragments of mirrors circling round
i can’t see what is behind
was this contact
or just a memory picked up from a dream
this threat of separating alienation
self-defining uniqueness
oh mind, just give it up!
how long does it have to be
till i will call for the wind
to be free
i wish i could paint this moment
just how it is, floating. dark clouds moving, forming pictures, faces in my mind. the sound of Bach played by Jacques Loussiers Trio, arcades of notes on strings, grooving in a jazzy rhythm, high and low and in between thoughts of divinity.
the chirring of a cricket, the cry of a lonely bird in the night. a bat scanning the roofs, hushing like a shadow over the city. the silence of the streets, the distant light of a window. clouds, again, stars coming out from above them, revealing their past.
lying on my back, feeling nothing but gravity and aviation, second for second just persisting in being, seeing art reveal itself in the sky, ever moving. the wind of a late summer stroking over my face, the music in my ears, the clouds and the sky, my back and my feet, my reflections, a picture in my mind.
Diana Krall
hm vielleicht sollte ich kurz etwas zu ihr schreiben… vielleicht ist es aber auch überflüssig, weil sie wirklich sehr bekannt ist, zumindest für eine Jazz-Musikerin. Ihr Album „The Look of Love“ erreichte immerhin mehrfachen Platinstatus und „When I look into your eyes“ war Album of the Year (das erste Jazz-Album in 25 Jahren). Man kann also durchaus sagen, dass Diana Krall so etwas wie ein Star ist. Aber trotzdem wirkt ihr Album „The Girl in the other Room“ von 2004 etwas weniger glatt, weniger abgehoben wie die Vorgänger. Statt nach dem Genre zu gehen und alte Standards zu interpretieren hat sie den Mut, eigene Lyrics zu schreiben und Songs zu komponien (The Girl in the other Room, Narrow Daylight, Abandoned Masquerade, I’m Coming Through, Departure Bay). Das Album wird dadurch sehr persönlich, man spürt geradezu die Grade ihrer eigenen Verfremdung, ihres Kampfes um Integrität, Liebe… und all dies in diesem so wunderschönen Ton, diesem layed-back Rhythmus, diesem jazzigen Feeling, bei dem man einfach nicht anders kann als im Stuhl oder Gras zurückzusinken, loszulassen und sich verrauchte Jazzkeller vorzustellen, an denen einsam und in kleinen Gruppen Menschen sitzen, schweigend, mit Augen zur Bühne, wo ein Trio aus Schlagzeug, Kontrabass und Klavier diese Musik hervorbringt, die alle in ihren Bann zieht. Die Stimme über allem, natürlich, Diana Kralls tiefe, sinnliche Stimme, aber auch ihr Klavierspiel, ihre Improvisationen… ein wunderbares Album, das man immer wieder hören kann, von einer wunderbaren, verehrungswürdigen Frau.
Fokus durch mentales Training?
Der geistige Körper (FAZ-Artikel 23.08.08 )
Hm vielleicht sollte ich das auch mal probieren. Ich habe definitiv zu viele chaotische Gedanken in mir, die es in geordnete umzuwandeln gilt. Egal welches Ziel man verfolgt, Konzentration und Kontrolle schadet nie. Unser Gehirn ist ja leider die meiste Zeit über eher wie so ein von selbst laufendes Rad an dem unser Ego wie ein Kaugummi an der Lauffläche klebt. Hormon hier, Synapse da, Achtung, Spannungsabfall im vorderen rechten Schläfenlappen: Was wollte ich gerade noch gleich?
Wer denkt denn normalerweise schon über das eigene Denken nach, wohin es führt, wohin nicht, und warum es das tut. Nun ich tue es, aber nur weil ich ziemlich unzufrieden bin mit seiner/meiner Performance. Im Verlaufe dieses Introspektionsprozesses kann ich auch immer wieder bewusste Entscheidungen treffen, die, wenn ich sie nur erfolgreich umsetzen könnte, mich aus meiner Lethargie reißen könnten. Aber es funktioniert nicht. Habe ich nicht genug Faktoren in meine Überlegungen mit einbezogen, z.B. meine anderen Ichs, die alle absolut keinen Bock auf Veränderung haben?
Ein bißchen Hoffnung macht mir dabei dieser Spiegel-Artikel: Gen-Forschung: Bruch des bösen Zaubers
Es ist schon seltsam, die ganzen Debatten über freien Willen und Geisteswissenschaft vs. Naturwissenschaft (Pro & Contra: Kommen Sie doch in mein Labor! ->Man beachte auch die Kommentare) zu verfolgen. Man steht da als Subjekt und Objekt seiner Handlungen und versucht einfach nur krampfhaft, die Kontrolle zu behalten. Und gerade als man es aufgegeben hatte, es begründet aufgeben durfte, weil man davon ausging, dass man sie vom wissenschaftlichen Standpunkt aus sowieso niemals hatte (Libet-Experiment), kommen andere und behaupten wieder das Gegenteil, mysteriöse Schicksalsflüssigkeiten, die durch meinen Körper wandern, gesteuert doch letztendlich von „mir“. Wobei die Frage wer „ich“ ist, natürlich immer noch aussteht…